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WAZ, 16.02.2002

47-jähriger IT-Spezialist der deutschen Industrie schrieb den ersten Unnaer Krimi

B.Bach: Seine Leichen starben durchs Internet

Unna. (sim) e-mails als zivilisierte Form der Kommunikation, das Internet zur Informationsbeschaffung, Datenbanken, firewalls, news-groups und robots. Im ersten Krimi, made in Unna, darf der Leser eintauchen in die Welt der Computertechnologie.  "Philippa Brentano und die Geisterfahrer" ist ein heißer Ritt durchs Netz von B. Bach.

Eine kleine Computerfirma in Dortmund hat etwas Einzigartiges entwickelt: einen Fahrsimulator, der alle Fahrschulen an den Rand des Ruins bringen würde. Das Ding macht Furore, kommt in die Tagesschau und in die Schlagzeilen. Aber plötzlich verschwindet der Mann, der das geniale System zu Ende entwickeln kann. Ausgerechnet jetzt, wo die Firma hinter dem Bundeswehr-Auftrag her ist. Philippa Brentano übernimmt die Sache. Sie ist zwar keine Detektivin, aber Computerexpertin mit Büro in Unna: an der Massener Straße residiert ihre a-capella GmbH - ohne großes Orchester.  Aber das Finanzamt will jetzt auch 'mal mitspielen. Philippa braucht Geld, und der Job wird gut bezahlt. Wie gut, dass sie Aikido drauf hat. Denn für die folgenden Wochen braucht die Brentano starke Nerven...

Mit Spannung geht's im Krimi von einem zum nächsten aufregenden Tag. Nicht, ohne aufzusehen und kurz auch mal das mittelstädtische Leben zu preisen: Das Schöne "...war, dass sie an einem Samstag morgen nur ein paar Schritte vor die Tür zu gehen brauchte, um auch schon auf bekannte Gesichter zu treffen." Man trifft sich in der Eisdiele auf einen Espresso und geht ins Antiquariat in der Massener Straße (damals noch).

Bach lässt in seinem Krimiteich große wie kleine Fische schwimmen: den russischen Killer oder den Computerfreak in gelber Baumwollhose, den Mafioso Viacelli, IT-Elefanten oder den abgerissenen Junkie aus der Dortmunder Nordstadt.  Zwei Leichen pflastern den Weg der Gatesgierhälse. Aber keine Angst - in Unna lässt keiner sein Leben. Tote liegen besser am Niederrhein oder im Westerwald ...

Das Buch besticht durch spannende Interna aus der IT-Branche. Kein Wunder: B. Bach - natürlich ein Pseudonym - ist selbst Sicherheitsberater einer deutschlandweit operierenden Computerfirma.  Seine Figuren musste er nicht erfinden, er trifft sie täglich. Schmutzige Geschäfte muss er sich nicht ausdenken.  Die meisten sind so oder so ähnlich schon gelaufen, weiß der 47jährige. Nur, wer sich hinter der schlagfertigen Philipp Brentano verbirgt, das müssen Leser schon selbst herausfinden.  Mehr Infos zu dem Buch - übrigens ohne Auflage als "book on demand" erschienen - gibt's unter www.philippabrentano.de oder im Bücherzentrum.  Da liegt die Unnaer Krimi-Premiere natürlich in der ersten Reihe.